Über dem Meer tanzt das Licht von Meike Werkmeister | Rezension

Kennt ihr das, wenn ihr ein Buch beendet und es so schön war, dass ihr nicht wollt, dass es zu Ende ist? Dass ihr über den Alltag der Protagonisten lesen könntet und euch würde nicht fad werden? Hauptsache es geht weiter? So fühle ich mich immer, wenn ich ein Buch von Meike Werkmeister beende.

Meike Werkmeister schreibt wunderschöne Geschichten. Über dem Meer tanzt das Licht ist ihr zweiter Roman und auch das zweite Buch, dass ich von ihr gelesen habe. Das Erste, Sterne sieht man nur im Dunkeln, habe ich mir damals auf der lit.Love 2019 in München gekauft, nachdem ich Meike über ihr Buch sprechen gehört habe. Ich wusste in diesem Moment: ich muss das Buch lesen und ich werde es lieben. Und so war es dann auch.

In Über dem Meer tanz das Licht geht es um Maria, eine klassische Weltenbummlerin. Maria hat sich durch das Reisen gefunden und nie ein Abenteuer ausgelassen. Dabei hat sie einige Menschen zurückgelassen, auch ihre Tochter Morlen. Als ihre Mutter an Krebs erkrankt, die sich jahrelang aufopferungsvoll um ihre Enkelin gekümmert hat, reist Maria nach Norderney und findet dabei ihr Glück: ein kleines Strandcafe, ihre Töchter Morlen und Hannah, und ihren Freund Simon.

Doch dann verkündet Simon einfach so aus dem nichts, dass er eine Auszeit braucht und mit Hannah für ein paar Wochen vereist. Er meldet sich kaum und Maria ist auf einmal auf sich allein gestellt, mit ihren Gedanken und ihrer Trauer um ihre Mutter.

Die Aufarbeitung von Marias Trauer war für mich wohl der beste Teil des Buches. Es war so schön Iris, die man in Sterne sieht man nur im Dunkeln ja kennengelernt hat, auf eine neue Art und Weise kennenzulernen und gemeinsam mit Maria über Iris Vergangenheit zu lernen. Mir sind so oft die Tränen gekommen, als Maria einen Tagebucheintrag ihrer Mutter gelesen hat. Besonders peinlich im Bus auf dem Weg zur Arbeit, aber weglegen konnte ich das Buch halt auch nicht.

Auch Marias Beziehung zu ihrer älteren Tochter Morlen war schön zu sehen. Man merkt Maria an, wie groß ihr schlechtes Gewissen ist, weil sie doch lange Zeit von ihrer Tochter getrennt war und wie es ihre und Morlens Beziehung immer noch beeinflusst. Ich bin selber keine Mutter, also kann ich viele Dinge nur von außen Betrachten, aber ich habe bei jeder Zeile mit Maria mitgefühlt. Auch bei mir hat es immerhin lange gedauert bis ich mich gefunden hatte und ich kenne dieses “Weglaufen” nur zu gut.

Die längste Zeit hatte ich kein Verständnis für Simon, vor allem dass er einfach mit der Tochter für ein paar Wochen vereist und sich dann nicht bei Maria meldet. Wäre es nur Simon gewesen, hätte ich das ja verstanden, aber ein nichtmal einjähriges Kind von seiner Mutter zu trennen und ihr nicht Bescheid zu geben wie es dem Kind geht, war für mich unverständlich. Aber als Simon Maria dann endlich erklärte, warum er so gehandelt hat, hatte ich auf eineml auch großes Verständnis für ihn. Da sieht man mal wieder, Kommunikation ist eben doch sehr wichtig.

Ich habe das Buch verschlungen und dabei immer wieder Norderney gegooglet. Mir Bilder angesehen – schaut wirklich schön aus dort oben – , nachgesehen wie ich von Graz am besten dorthinkomme – Zug oder Flieger? – und mich einfach ganz oft dorthin geträumt. Wir haben diese Woche viel über Bücher gesprochen, die Fernweh auslösen. Über dem Meer tanzt das Licht steht bei mir ganz oben auf dieser Liste. Norderney ist als Setting für das Buch einfach ideal. Diese Idylle liest sich in jedem Wort und jeder Zeile.

Tja, was kann ich noch sagen, außer dass ich diese Buch liebe? Ich würde es einfach jedem empfehlen. Wie schaut es bei euch aus, kennt ihr Über dem Meer tanzt das Licht schon? Wie hat es euch gefallen? Erzählt es mir gerne in den Kommentaren.


Information:
Titel: Über dem Meer tanzt das Licht
Autor: Meike Werkmeister
Seiten: 416
Verlag: Goldmann
Erstveröffentlichung: 18.05.2020

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